Datenschutz · 7 Min. Lesezeit

Verfolgen Lese-Apps, was du liest?

Meistens ja – wobei „Tracking“ mehrere verschiedene Dinge meint, von denen nur manche bedenklich sind, und ausgerechnet das, worüber sich die wenigsten Sorgen machen, verrät am meisten.

Vier Dinge, die dein Handy verlassen

Es hilft, sie auseinanderzuhalten, denn sie wiegen sehr unterschiedlich schwer.

Warum nachgeschlagene Wörter am meisten verraten

Eine Liste deiner Bücher sagt jemandem, was du besitzt. Eine Liste der Wörter, die du nachschlagen musstest, sagt ihm, welche Sprache du lernst, wie gut du ungefähr bist, was du nachts um zwei liest und welche Themen du still für dich durcharbeitest.

Sie kommt mit Zeitstempel und in der richtigen Reihenfolge – damit ist sie ein Tagebuch. Und weil jedes Nachschlagen nur eine kleine Anfrage ist, fühlt es sich dabei kaum je danach an, etwas preiszugeben.

Eine Bücherliste ist ein Bibliotheksausweis. Ein Verlauf nachgeschlagener Wörter ist ein Protokoll dessen, was du nicht verstanden hast.

Dafür muss niemand böse Absichten haben. Anfrageprotokolle sind schlicht die Art, wie Server funktionieren; ein Nachschlagen in der Cloud ist eine Anfrage; der Eintrag existiert, ob ihn je jemand liest oder nicht.

Eine App selbst prüfen

Dafür brauchst du keine Werkzeuge. Vier Prüfungen, je eine Minute.

Was in einer guten Datenschutzerklärung steht

Konkrete Substantive, in kurzen Sätzen. Welche Daten, an wen, wofür, wie lange. Vage Erklärungen sind meist mit Absicht vage: Ein Versprechen, das nichts benennt, lässt sich nicht prüfen – und auch nicht so brechen, dass du es nachweisen könntest.

Die stärkste Fassung ist überhaupt kein Versprechen. Eine App, die deine Lesedaten nie bekommt, kann sie nicht verlieren, kann nicht zur Herausgabe gezwungen werden und kann es sich in einem künftigen Update nicht anders überlegen. Das liegt an der Architektur und nicht an den Absichten des Unternehmens – deshalb überlebt es auch, wenn das Unternehmen übernommen wird.

Die ehrlichen Abwägungen

Lokale Verarbeitung ist nicht umsonst. Das Modell muss auf deinem Handy liegen, das kostet Speicher; es läuft auf deinem Akku; und es wird nicht das größte Modell der Welt sein. Synchronisierung über mehrere Geräte braucht tatsächlich einen Server, eine App ohne Konten kann sie also nicht anbieten.

Das sind echte Kosten, und man sollte sie klar benennen, statt so zu tun, als wäre die Wahl einseitig. Was du dafür bekommst: Die Liste der Wörter, die du nicht kanntest, bleibt auf dem Gerät, auf dem du sie nicht kanntest.

Ein Reader, der nichts zu senden hat

ClickBook hat keine Konten, keine Werbe-SDKs und keine Analyse durch Dritte, und Worterklärungen entstehen auf deinem Gerät, statt bei einem Server angefordert zu werden. Datenschutzerklärung lesen, oder sieh dir an, was ein E-Reader mit lokaler KI ist.