Einstieg · 6 Min. Lesezeit
Wie du EPUB-Dateien auf iPhone und Android öffnest
Du hast ein Buch heruntergeladen, und das Handy weiß nicht, was es damit anfangen soll. Das ist nicht dein Fehler und es ist keine kaputte Datei: EPUB wird auf den beiden mobilen Plattformen völlig unterschiedlich behandelt – und auf einer von beiden gar nicht.
Was ein EPUB eigentlich ist
Ein EPUB ist ein Zip-Archiv aus HTML. Das ist das ganze Format – die Kapitel sind Webseiten, die Gestaltung ist CSS, und eine kleine Indexdatei legt die Reihenfolge fest. Deshalb passt sich ein EPUB jedem Bildschirm an: Ein Reader setzt Webseiten, statt eine gedruckte Seite abzufotografieren.
Es heißt aber auch, dass die Datei nur so gut ist wie der, der sie gebaut hat – weshalb sich zwei Ausgaben desselben Romans sehr unterschiedlich verhalten können.
Auf iPhone und iPad
iOS öffnet EPUB tatsächlich von Haus aus. Tipp die Datei in Dateien, Mail oder Safari an, und sie geht an Apple Books. Passiert beim Tippen nichts, nimm Teilen → Bücher, das die Übergabe ausdrücklich erzwingt.
Apple Books ist ein solider Reader, und installiert ist er ohnehin schon. Was er nicht tut: dir bei der Sprache helfen. Es gibt ein Wörterbuch, aber es ist eben ein Wörterbuch – eine Liste aller Bedeutungen eines Wortes, und welche davon gerade gilt, musst du selbst herausfinden. Für ein Buch in deiner eigenen Sprache reicht das meist. Für eines in einer Sprache, die du noch lernst, ist es der langsame Weg.
Auf Android
Android hat überhaupt keinen eingebauten EPUB-Reader. Tippst du die Datei an, bekommst du eine Auswahl ohne irgendetwas Brauchbares darin oder ein Archivprogramm, das sie entpacken möchte. Google Play Books lässt sich überreden – es nimmt einen Upload über die Weboberfläche an, der dann wieder aufs Handy synchronisiert wird –, aber das ist ein Umweg über einen Server für eine Datei, die schon auf dem Gerät liegt.
In der Praxis installierst du auf Android also einen Reader. Welchen, ist die eigentliche Entscheidung, und dafür lohnt sich eine Minute, statt einfach das erste Ergebnis zu nehmen.
Die Datei aufs Handy bekommen
- Auf dem Handy heruntergeladen. Sie liegt in Dateien oder in den Downloads. Öffne sie von dort und nicht über die Benachrichtigung des Browsers, die sie manchmal nur als Vorschau zeigt.
- Vom Computer. Per AirDrop aufs iPhone; per USB-Kabel oder über einen beliebigen Cloud-Ordner auf Android. Eine E-Mail an dich selbst klappt bei kleinen Dateien und scheitert bei großen lautlos.
- Aus einem Cloud-Speicher. Lade sie erst richtig herunter. Eine Platzhalterdatei, die noch in der Cloud liegt, öffnet sich in den meisten Readern als Fehler.
Wenn sie sich nicht öffnen lässt
Vier Gründe decken fast jeden Fall ab, und nur einer davon lässt sich beheben.
- Es ist ein
.acsm, kein EPUB. Das ist ein Download-Ticket für Adobes DRM-System, kein Buch. Es öffnet sich nur in Software, die bei einer Adobe-ID angemeldet ist. - Es ist DRM-geschützt. Ausleihen aus Bibliotheken und die meisten Käufe im Shop sind an die App gebunden, die sie ausgegeben hat. Kein allgemeiner Reader öffnet sie, und das ist so gewollt und kein Defekt.
- Es ist ein umbenanntes Zip. Gelegentlich ist der Download ein Archiv, in dem das EPUB steckt. Entpack es und schau hinein.
- Es ist ein gescanntes PDF mit der falschen Endung. Darin gibt es keinen Text zum Setzen – nur Bilder von Text.
Worauf du bei einem Reader achten solltest
Sobald du auswählst, statt eine Vorgabe hinzunehmen, trennen ein paar Dinge die Reader, die du behältst, von denen, die du wieder löschst:
- Öffnet er deine Dateien – oder nur Bücher aus seinem eigenen Shop?
- Merkt er sich deine Stelle, wenn du die Schriftgröße änderst? Schwache Reader merken sich eine Seitenzahl und verlieren deine Position.
- Kannst du wirklich ein Wort antippen und etwas Brauchbares bekommen – und nicht nur eine Liste von Bedeutungen?
- Braucht er ein Konto, um eine Datei zu lesen, die schon auf deinem Handy liegt?
- Funktioniert er im Flugmodus?
Das Letzte lohnt sich zu testen, bevor du einer App ein langes Buch anvertraust. Ein Reader, der ohne Signal verstummt, sagt dir damit, wo die Arbeit wirklich passiert.
Öffne dein eigenes EPUB und tipp auf ein Wort
ClickBook importiert EPUB-Dateien und lesbare PDFs von deinem Gerät – auf iPhone wie auf Android –, behält deine Stelle auch bei geänderter Schriftgröße und erklärt jedes Wort, das du antippst, ohne Verbindung. So funktioniert es, oder lies, EPUB oder PDF auf dem Handy.